Five Fifteen: Vor der Show

DURP - eZine from the progressive ocean

Interview

Sie sind längst mehr, als nur ein Geheimtipp. Die finnische Band Five Fifteen hat sich mit ihrem grandiosen Album „Death Of A Clown“ aus dem Szene-Ghetto gespielt und schickt sich nun an, auch eine breitere Masse zu erobern. Ein Schritt dazu – und sicher nicht gerade ein unbedeutender – ist das am 4. Mai in Aschaffenburg stattfindende nächste Eclipsed-Festival, bei dem die Band  um Mika Järvinen neben Uriah Heep, RPWL, Timothy Pure, Cybele und Mr. Quimby‘s Beard zu sehen sein wird. Was die Fans erwarten können, wollten wir schon heute wissen.

 

Was gibt es neues bei Five Fifteen?

 

Die wichtigste Neuigkeit ist wohl die, dass wir ein komplett neues Line Up haben. Die alten Bandmitglieder hatten zwar noch Interesse daran, Platten aufzunehmen, aber sie hatten keine Lust mehr zu touren. Ich habe gesagt, wenn man nicht tourt, dann verkauft man auch keine Platten, also habe ich mir neue Leute gesucht. Es funktioniert auch prächtig, schon die Proben verliefen ohne Probleme. Ich bin sogar der Meinung, dass wir mit der neuen Besetzung einige der besten Gigs der Bandgeschichte überhaupt gespielt haben, und das teilweise sogar ohne Soundcheck! Ich habe jedenfalls lange nicht mehr so viel Spaß auf der Bühne gehabt! Es ist übrigens auch wieder eine Frau im Line Up!

 

Ihr habt ja im letzten Jahr schon einige Gigs in Deutschland gespielt, wie waren die Reaktionen?

 

Die Reaktionen waren hervorragend. Wir können es kaum erwarten, erneut nach Deutschland zu kommen. Besonders freuen wir uns natürlich auf das Eclipsed-Festival, von dem wir schon einiges gehört haben.

 

Unterscheiden sich Eure Live-Versionen der Stücke eigentlich von den Studio-Aufnahmen?

 

Ja, natürlich. Die Leute kommen, um etwas geboten zu kriegen. Viele haben die normalen CD’s schon gekauft, warum sollen sie in Konzerte gehen, und genau die gleichen Songs in der gleichen Form noch einmal hören. Wir spielen live eine Art „History Of Five Fifteen“, es wird Songs von jedem Album geben.

 

Werdet Ihr auch Cover-Versionen spielen?

 

Wir spielen immer einige Cover-Songs. Es sind immer Leute bei Konzerten, die die Band noch nicht kennen, da ist es hilfreich, wenn man Pinball Wizard spielt!

 

Ist es ein Unterschied für Dich, auf einem Festival zu spielen oder auf einem „normalen“ Konzert?

 

Ehrlich gesagt nicht. Für mich ist jedes Konzert etwas besonders. Es ist immer das gleiche: Gehe auf die Bühne, kreische und zerschlage die Gitarren! Ich betrachte mich als Entertainer. Ich bin da, die Leute zu unterhalten. Man darf sich nicht zu ernst nehmen, ich bin so etwas wie ihr Mr. Been! Die Leute sollen Spaß haben und feiern und lachen!

 

Was war das verrückteste, was Dir bisher bei einem Konzert passiert ist?

 

Bei einem Gig in Tampere kam der Präsident des Bikers Club auf die Bühne, faselte etwas von Homosexuellen, liess die Hose runter und zeigte seinen Penis – und das vor einigen Hundert Leuten. Das war schon ziemlich abgefahren!

 

Ihr spielt in Aschaffenburg neben Uriah Heep. Ist das etwas besonderes für Dich?

 

Uriah Heep gehören genau wie Led Zeppelin oder The Who zu den Bands, die uns am meisten beeinflusst haben und die wir auch nachgespielt haben. Es ist schon ein komisches Gefühl, jetzt mit ihnen zu spielen. Zumal wir in Finnland gerade mit Ken Hensleys neuer Band Free Spirit touren, und da teilweise die gleichen Songs in seiner Version hören! Bei ihm aus der Sicht des Komponisten, bei Uriah Heep aus der Sicht der Band.

 

Gibt es schon Pläne für das nächste Studioalbum?

 

Natürlich, sie wird so eine Art Mischung aus der ersten Scheibe von uns und „Death Of A Clown“ sein. Was die Inhalte angeht, wird es sich um Dinge drehen, die einer Band on the road so passieren können, Sachen , die auch auf Erlebnissen mit Five Fifteen beruhen.

 


© 05/2002 Renald Mienert
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