Eloy

"Ocean 2 - The answer"


2 Punkte
english summary
Kurzinfo

Eloy
"Ocean 2 - The answer"
1998

Frank Bornemann - vocals, guitars
Klaus Peter Matziol - bass
Michael Gerlach - keyboards
Bodo Schropf - drums, percussion

Vorab...

Zugegeben: ich liebe "Dawn", ich liebe "Silent Cries...", ich liebe "Ocean 1", ich vergöttere "Colours", mir gefallen "Power and Passion", "Planets" und "Time to turn", "Performance" und "Metronomia" außerordentlich gut, aber alles was nach RA kam, drehte sich nur noch zwei bis dreimal nach dem Kauf auf dem Silberteller und ward seitdem nie wieder gehört. Zu steril der Sound, zu ätzend der mehrstimmige näselnde schon fast Sprechgesang Frank Bornemanns. Ich dachte wirklich, die Zeiten von Eloy für mich sind vorbei. Nun will man einen Klassiker (Ocean) mit einem Sequel neu beleben ? Mal sehen ...

Die Songs
  1. Between future and past (2:43)
  2. Ro Setau (7:09)
  3. paralysed civilization (9:28)
  4. Serenity (3:09)
  5. Awakening of consciousness (6:03)
  6. Reflections from the spheres beyond (12:59)
  7. Waves of intuition (4:56)
  8. The answer (11:19)
Gesamtspielzeit: 57:52 min
Das Album

Between future an past ist ein super-atmosphärisches Intro, bestritten von massiven Ocean 1 - Feeling und Sound und zeitweise untermalt mit mächtigem Uhrschlägen. Das macht doch schon mal Mut.

Ro Setau ist ein Klassesong geworden, denn er wird getragen von einer Rhythmik wie man sie z.B. von Deep Purples "Knocking on your backdoor" (der Beginn) oder einem zuletzt von Puffpapi ver-wi-šitsch-wanten Led Zep Song gewohnt ist. Auch der hauchzarte Chor zur Songmitte treibt einem die Gänsehaut über den Rücken, aber das beste: gleich von Beginn an gehen die Vocals endlich mal wieder voll aus dem Brustkorb raus, wie wir es von den alten Alben schon immer kannten. Leider wird gegen Songende die seit dem Album näselnd-hauchende Mehrstimmigkeit wieder verwendet, was dem Song zumindest für mich beträchtlich schadet.

Paralysed civilization beginnt mitreißend. Endlich mal wieder synthi-Töne wie früher, die Vocals aber leider streckenweise in der modernen Art, jedoch weht dank der Chöre und synthies ein Flair zwischen "Planets" und "Metronomia", brilliant gefallen mir (gilt für die gesamte CD) die immer wieder erkennbaren aus Ocean 1 "aufgegriffenen" Flair- und Melodieanleihen. Und glaubt es oder nicht, beim ersten Hördurchlauf dachte ich wehmütig an Alben wie "Performance" und "Metronimia" , wo auch mal ein Vocoder zur Geltung kam. Und ZACK, nach 6 Minuten kommt aus dem Nichts ... ein Vocoder ! Der Track endet mit ca 1.5 Minuten synthiteppich.

Serenity ist dann wieder für die Liebhaber der letzten 2-3 Eloy-Releases.

Awakening of consciousness klingt für einen Oceans-Nachfolger (für meinen Geschmack) zu modern und ansonsten verhält es sich wie bei Serenity ... der Track ist auf "The tides return forever" Nivau und dort hätte er ruhig auch in Bedeutungslosigkeit versinken können.

Besser wirds dann wieder mit Reflections from spheres beyond. Und warum ? Weil synthi/Keyboards wieder mehr Freiraum bekommen und während des Tracks die Instrumentalparts überwiegen und der Größteil der Vocals von einem Frauenchör bestritten wird. 5 Minuten vor Schluß taucht auch wieder ein Geniestreich mit Keyboards, Vocoder und Bass auf. Alles in allem wäre das ein mackenloser Supertrack, wenn man Franks "neumodische" Vocals weggelassen hätte oder dabei zumindest im Flair vom Ocean 1 geblieben wäre.

Waves of intuition: siehe Serenity.

The answer lebt vom Einsatz eines leicht düsteren Chors und vom theatralischen Charakter der ryhthmischen Keyboardstreicher. Insgesamt aber ein paar Minuten zu lange, denn im großen und ganzen entwickelt sich nur der Gesang weiter, der Rest bleibt 11 Minuten auf dem selben Niveau.

Fazit

Das mag jetzt alles wie ein Verriß klingen ... fest steht, "Ocean 2 - The answer" ist definitiv der beste Eloy Output der 90er. Wer mit "Destiny" und "The tides return forever" was anfangen konnte, dem sei "Ocean 2" ans Herz gelegt, mir selbst ist das zu wenig. Zu wenig Instrumentalpassagen, zu moderner Sound, zu wenig synthies, zu steril, zu uncharismatisch, zu unatlantisch, zu unpsychedlisch (man denke nur an Poseidon's creation) ... Mehr als ein paar kurze Erinnerungen und Melodiefragmente blitzen aus "Ocean 2" leider nicht heraus. Sorry Jungs, die Platte hätte bestimmt besser abgeschnitten, wenn ihr mit den Albumtitel die Messlatte nicht so hoch angelegt hättet, aber wenn man das Album "Ocean 2" nennt, dann muß man sich auch mit dem Klassiker von 1977 messen lassen, und der Vergleich kommt dem von einem saftigen Apfel und einer wurmdurchsetzen Birne gleich.

Aus meiner Sicht gibts es den einen oder anderen brauchbaren Song, für die harten Fans ist "Ocean 2" jedoch eine heiße Empfehlung, das heißt auf der DURP-Skala nun mal:  2 Punkte

english summary

I have to admit that I really love the Eloy albums "Dawn", "Silent Cries..." and "Ocean 1", I bow down before "Colours", I pretty like "Power and Passion", "Planets", "Time to turn", "Performance" and "Metronomia" but all albums after "Ra" have been visiting the internal area of my cd player only 3 to 5 times each (and that was after purchasing them). And now "Ocean 2" as a sequel to "Ocean" ? No way.

The new sound on the albums "Ra" and "Destiny" were annoying for me: too modern, too much guitar (instead of synthies) and most of all: Franks vocals (more spoken than sang and the fact that drove me mad: the voice seem to come out of his nose instead of being sang loudly like he did on the old albums).

"Ocean 2 - the answer" is definitely the best output of the german rock dinosaurs in the 90ies, so if you liked "Destiny" und "The tides return forever" then "Ocean 2" should easily fit your ears. It's not enough for me, just some short memories and some tiny melody excerpts of the classic album "Ocean" and that's all. "Ocean 2" is to sterile, has not enough synthi-parts, not enough character, not enough psychedelic lengths (as old songs like Poseidons Creation). Sorry for these harsh words but if you name an album "Ocean 2" you have to let people compare it to the classic opus from 1977. And this is like comparing a big juice apple with a pea full of worms. "Eloy of the 90ies"-fans will like it, for me there are three very good songs (thanx to the instrumental parts, the synthies, the choir and the vocoder). So on the DURP's scale it's  2 points.

© 11/1998 Markus Weis / Die Ultimative Review Page - http://www.durp.com